Artikel: Gewaltforscher kritisiert harte Linie von DFB und DFL

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 3 November 2011.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Der Bielefelder Gewaltforscher Andreas Zick hat die jüngsten Beschlüsse von DFB und DFL zum Thema Gewalt in Fußballstadien als "einen Ausdruck gewisser Hilflosigkeit" kritisiert.

    "Auf drastische Strafen greift man immer dann zurück, wenn einem sonst nichts einfällt"
    , sagte der Professor der Tageszeitung "Neue Westfälische".
    17749Foto: Dirk Päffgen

    Zick, selbst Mitglied im DFL-Ligabeirat, will sich stattdessen für einen gesteuerten Dialog aller Parteien, wie Vereine, Fanbeauftragte, Sicherheitsexperten, DFB und DFL einsetzen.

    "In den Konflikt muss Ruhe und etwas Zeit."

    Sonst werde die Gewalt wieder ausbrechen, sagt der Wissenschaftler vom Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld voraus.

    DFL und DFB wollen "Task Force Sicherheit" gründen

    Der DFB und die Deutsche Fußball Liga haben der von den Fans geforderten Legalisierung von Pyrotechnik in den Stadien eine endgültige Absage erteilt und sich stattdessen für die Gründung einer "Task Force Sicherheit" ausgesprochen.

    Das sind die zentralen Ergebnisse des Spitzengesprächs, zu dem sich DFB und DFL am Mittwoch trafen. Mit diesem Maßnahmen wolle man die wachsende Zahl von Ausschreitungen im deutschen Fußball bekämpfen.

    "Oberste Priorität hat die Verantwortung für die Sicherheit aller Zuschauer. Es ist unstrittig, dass Feuerwerkskörper eine Gefahr für Leib und Leben darstellen", erklärte DFB-Generalsekretär Niersbach.

    Die Situation wieder in den Griff bekommen

    Eine "Task Force" mit Vertretern aus Politik, Justiz, Polizei und Fußball-Verbänden sowie der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) soll zukünftig konkrete Schritte für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen festlegen.

    "Wir wollen die in vielen Bereichen bereits sehr gute und enge Zusammenarbeit mit den für Sicherheit zuständigen Stellen und Institutionen weiter intensivieren. Zielorientiert und ohne Effekthascherei, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen", sagte DFB-Präsident Zwanziger.

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    dts Nachrichtenagentur, Soccer-Fans