Artikel: Borussia Mönchengladbach: Höhenflug oder Realität?

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von André, 7 November 2011.

  1. André

    André Foren-Capo Administrator

    Beiträge:
    43.846
    Likes:
    2.739
    Als die Borussia Mönchengladbach gut in die neue Saison gestartet war, und nach 7 Spieltagen auf Platz 3 der Bundesliga Tabelle stand, sprachen viele von einer Momentaufnahme.

    Es folgte ein Punkt aus 3 Spielen und die Experten fühlten sich bestätigt, langsam aber sicher sollte die Borussia da oben keine Rolle mehr spielen.
    17800Gladbacher Gästeblock in Berlin by nordkurvenfotos.de

    Igor de Camargo verletzte sich und die Presse stürzte sich auf die Ausstiegsklausel von Marco Reus und das große Interesse des FC Bayern, schrieb über Steuerversäumnisse von Präsident Rolf Königs.

    Doch die Borussia blieb ruhig, Favre arbeitete weiter zielstrebig mit der Mannschaft. Zur Belohnung gab es den Einzug ins Achtelfinale des DFB Pokals und 2 Siege in der Bundesliga. (2:1 zuhause gegen Hannover 96 und 1:2 auswärts bei Hertha BSC Berlin)

    Die Borussia rangiert nun nach 12 Spieltagen immer noch ziemlich weit oben in der Tabelle. Platz 4 = Champions League Qualifikationsplatz.

    Punktgleich mit dem amtierenden Meister Borussia Dortmund, und bereits 5 Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Europa-League Platz.

    Trainer Lucien Favre stapelt weiter tief, spricht immer wieder davon dass man wissen müsse wo man eigentlich herkommt, mahnt dass der gleiche Kader in der letzten Saison beinahe abgestiegen wäre.

    Doch mittlerweile muss man sich fragen, wer nimmt Lucien Favre das "Understatement" eigentlich noch ab?

    Was ist für die Borussia in dieser Saison tatsächlich drin?

    Spielerisch hat Borussia mit die meisten Chancen in der Liga rausgespielt, beim Torabschluss steht man auf einem Abstiegsplatz. Keine andere Mannschaft benötigt soviel Chancen wie die Borussia um ein Tor zu erzielen.

    Und trotzdem steht man punktgleich mit dem BVB und dem SV Werder in der Tabelle. Man stelle sich vor, die Borussia hätte jetzt auch noch einen Knipser in Ihren Reihen ...

    de Camargo braucht noch paar Wochen

    Der vermeintliche Knipser Nummer 1 Igor de Camargo wird schmerzlich vermisst, aber da Marco Reus aktuell in einer unglaublichen Verfassung ist kann die Borussia den Ausfall des wichtigsten Stürmers scheinbar kompensieren.

    Bis de Camargo in den Kader zurückkehrt werden wohl noch ein paar Wochen vergehen:

    "Es wird noch ein paar Wochen dauern, bis er wieder da ist. Er hat bisher nur leichte Laufeinheiten absolviert", so Gladbach Coach Lucien Favre.

    Betrachtet man die Borussia genauer, dann ist der gute Start ja keine Riesen-Überraschung, sondern eine Fortsetzung dessen, was die Borussia bereits in der letzten Saison unter Favre gezeigt hat, als man in einer sensationellen Aufholjagd noch die Klasse halten konnte.

    Die Überraschung ist vermutlich eher die Konstanz das Borussia diese Leistungen nun auch in der neuen Saison bestätigen kann.

    Favre hat eine unglaubliche Bilanz vorzuweisen:

    Bei seinem Antritt stand die Borussia nach 22 Spieltagen mit 16 Punkten auf Platz 18 der Tabelle und hatte bereits 56 Gegentore kassiert.

    Lucien Favre ist jetzt seit 24 Bundesliga Spielen Trainer der Borussia. In diesen 24 Spielen bringt es die Borussia auf folgende Bilanz:

    [TABLE="class: grid, align: center"]

    Spiele
    Siege
    Remis
    Niederlagen
    Tore
    Punkte


    24
    13
    4
    7
    31:18
    43

    [/TABLE]

    Rechnet man diesen Schnitt in einem einfachen Dreisatz hoch, dann würden am Ende der Saison 64 Punkte in der Tabelle zu Buche stehen, wenn man die aktuelle Puktausbeute beibehalten. Im Vorjahr hätte das zu Platz 4 gelangt. (Bayern hatte 65 Punkte und wurde Dritter)

    In den 12 Spielen der Rückrunde unter Favre holte man 20 Punkte, in den 12 Spielen der neuen Saison sogar 23 Punkte, man konnte also sogar noch zulegen.

    Zweifel bleiben:

    Jens Lehmann sagte am Wochenende bei Sky dass Gladbach nicht da oben hin gehöre.

    DSF Moderator Uli Pingel sieht das völlig anders. Bei goal.com kam der Moderator von Bundesliga aktuell zu folgender Prognose:

    "Borussia Mönchengladbach ist endgültig keine Überraschungsmannschaft feat. „die ham nen Lauf“ mehr, sondern wird die Tabellenregionen da oben nicht mehr verlassen in dieser Spielzeit."

    Auch der Soccer-Fans Supermod faceman seines Zeichens bekennender Hertha Fan war nach dem Spiel angetan vom Gladbacher Auftritt in Berlin:

    "Ich habe selten eine so abgezockte Truppe in Berlin gesehen. Das 1:1 hat uns aus dem Konzept gebracht, danach habt ihr in einer unfassbaren Ruhe und Gelassenheit das gemacht, was ihr wolltet. Verdienter Sieg."

    RP Online resümiert:

    "Das ist schon kein gelungener Saisonstart mehr, das geht darüber hinaus. Borussia dominiert die meisten ihrer Spiele, ist mental so weit, auch Rückschläge wie das 0:1 in Berlin locker wegstecken zu können."

    Realistisch bleiben

    Gegenüber RP Online sagte Mike Hanke, der seinen 28. Geburtstag auf der Rückfahrt mit der Mannschaft im ICE gefeiert hatte, dass man Eintracht Frankfurt als warnendes Beispiel sehen müsse:

    "Wir spielen eine ordentliche, nein, eine sehr gute Saison. Aber gerade jetzt müssen wir dranbleiben. Jeder hat noch das Beispiel von Eintracht Frankfurt aus der vergangenen Saison vor Augen. Es gibt noch eine Rückrunde - deshalb bleiben wir auf dem Teppich."

    Wochen der Wahrheit

    Für die Borussia stehen nun die Wochen der Wahrheit bevor. Nach der Länderspielpause kommt der Tabellendritte Werder Bremen in den Borussia Park. Anschließend findet im Kölner Rhein-Energie Stadion das rheinische Derby zwischen den beiden großen Rivalen statt und eine Woche darauf ist mit Borussia Dortmund der amtierende Deutsche Meister bei den Fohlen zu Gast.

    Diese 3 Spiele werden vielleicht schon zeigen wo die Reise für die Borussia in dieser Saison hingehen kann.

    Marco Reus weckt Begehrlichkeiten

    So schön die aktuelle Situation bei der Borussia auch ist, so sehr nerven die Fans wohl auch die Gerüchte um Marco Reus. Die Bayern haben bereits öffentlich Ihr großes Interesse bekundet.

    Laut Daily Mirror sollen Manchester City und der FC Arsenal ernsthaft versuchen den Borussen bereits in der Winterpause zu verpflichten. Das ganze soll über die 18 Millionen Ausstiegsklausel realisiert werden, die Reus wohl im Vertrag stehen hat.

    Wechsel in der Winterpause wohl ausgeschlossen

    Ein Wechsel von Marco Reus bereits in der Winterpause ist aber nahezu ausgeschlossen. Die Klausel des Nationalspielers greift erst ab der kommenden Saison.

    In den letzten beiden Spielen hat Reus alle 4 Gladbacher Tore erzielt und somit nochmal seinen Stellenwert für die Borussia untermauert.

    Reus macht aktuell den Unterschied, und lässt sich dabei nicht von den Spekulationen der Medien beeinflussen sondern scheint auf dem Rasen von Woche zu Woche besser zu werden.

    Sein Trainer Lucien Favre ist überzeugt das Reus noch viel lernen kann, und zeigt sich optimistisch dass der Junge Mann dass auch mit Ihm tun möchte:

    “Marco wird auch in Zukunft ein Spieler von Gladbach sein.“

    Die Borussia in der Saison 2011/2012 - Was ist möglich und wo wird Gladbach am Ende der Saison in der Tabelle stehen?

    Wir freuen uns auf Eure Kommentare hier bei Soccer-Fans, bei Facebook oder bei twitter.
     
  2. Anzeige für Gäste


    um diese Anzeige auszublenden!.
  3. André

    André Foren-Capo Administrator

    Beiträge:
    43.846
    Likes:
    2.739
    Als Gladbachfan komme ich mir beim anschauen der Tabelle aktuell vor wie im siebten Fußballhimmel. :hail:

    Realität oder Höhenflug. Ich denke es ist ein bißchen von beidem. Klar läuft bei uns alles sehr sehr gut zur Zeit, besser als man es hätte erwarten oder erträumen können.

    Ein reiner Höhenflug ist es aber sicher auch nicht, denn 24 Spieltage sind doch schon recht aussagekräftig. Auf der anderen Seite heißt das aber natürlich nicht dass wir da oben stehen bleiben werden. Man wird sehen wo wir uns am Ende des Tages einordnen werden.

    Fakt ist mit einem nervenaufreibenden Existenzkampf hat die aktuelle Saison wohl nichts am Hut. Und alleine diese Erkenntnis ist schon Gold wert, wenn man wirklich mal überlegt, wo wir herkommen.