5 Jahre nach der heimischen WM

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Jogi-Fan, 7 August 2011.

?

Mit welchen Gefühlen blickst Du zurück?

  1. Mit einem lachenden und weinenden Auge.

    30,8%
  2. Ich vermisse die Euphorie und unkomplizierte Spielweise der deutschen Mannschaft.

    38,5%
  3. Ich schaue nur voraus.

    23,1%
  4. Die WM 2006 ging an mir vorbei.

    7,7%
  1. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Der Titel ist eindeutig. Es sind mittlerweile fünf Jahre seit der Weltmeisterschaft in Deutschland vergangen. Welche Gedanken und Gefühle verbindet ihr mit diesem Ereignis?

    Eine neue Spielergeneration hat sich durchgesetzt. Kahn, Schneider, Lehmann, Ballack, Frings und viele mehr haben sich von der (internationalen) Fußball-Bühne verabschiedet. Wie sehen denn auch eure Emotionen hinsichtlich dieses Generationswechsel aus?
     
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  3. Detti04

    Detti04 The Count

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    5 Jahre nach der heimischen WM...

    ist 1 Monat vor der heimischen WM. Und im Gegensatz zu vor 5 Jahren hab ich diesmal auch Tickets.
     
  4. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Wie schaut's diesmal aus? Die All Blacks wieder der ewige Favorit? Meine Sympathien hamse mal auf alle Fälle.
     
  5. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Wenn schon gleich zu Anfang offtopic, dann auch Bescheid sagen, worum es geht:

    -> guckstdu

    Habe ich bei Wiki gefunden, und wenn wir schon dabei sind: J. Wales wird heute am Tag 45 Jahre alt und ob er sich für sein Namensvetter Team interessiert, weiss ich nicht. Es spielt wohl als underdog in Gruppe D, wo der Titelvereidiger auf es wartet.

    Back on topic !
     
  6. Detti04

    Detti04 The Count

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    Klar. In den Tri Nations wurde erst einmal Suedafrika 40-7 abgefidelt, allerdings war Suedafrika auch mit einem jungen Ersatzteam da - angeblich sind etwa 20 Spieler der Springboks verletzt. (Eine Woche vorher hatte Suedafrika auch in Australien 39-20 verloren, also eher deutlich.) Am Samstag gab es dann von den All Blacks relativ heftige Haue fuer Australien (30-14), dabei ist Australien immerhin die Nummer 2 der Weltrangliste (hinter den All Blacks, ist ja klar). Die All Blacks gehen also wieder als klarer Favorit ins Turnier.

    Sport1 sowie Sport1+ (was auch immer Letzteres ist) zeigen uebrigens einige Spiele live.
     
  7. Detti04

    Detti04 The Count

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    Underdog ist relativ: Im Normalfall wuerde man Wales als Gruppenzweiten und somit als Viertelfinalisten erwarten, allerdings hat Samoa vor kurzem erst ueberraschend Australien besiegt und rechnet sich jetzt echte Chancen aus, vor Wales zu landen. Fidschi und vor allem Namibia sollten keine Chancen haben.
     
  8. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Ich persönlich schaue mit sehr positiven Gefühlen auf dieses Ereignis zurück. Ein unglaubliches Ereignis, welches nicht nur aus sportlicher Hinsicht in meinen Erinnerungen verbleiben wird. Ein klein wenig vermisse ich deshalb auch die vergangene Euphorie und stelle darüber hinaus auch fest: Die Spielweise der deutschen Nationalmannschaft ist heute komplexer. Joachim Löw wählt flexibel einsetzbare Spieler, gezielt nach dem 4-2-3-1 System, aus. Fakt ist, dass dies wohl kaum mehr umsetzbar sein wird, wenn der Mann den Verband verlässt, der es auch aufgebaut hat. Im 4-4-2 System waren die Positionen einfach klarer verteilt und durchschaubarer. Es war die Basis, die schlussendlich durch einen Schneider, Ballack, Frings und Schweinsteiger im Mittelfeld sehr clever umgesezt werden konnte.
     
  9. Detti04

    Detti04 The Count

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    So, jetzt trage ich dann - der Fairness halber - doch mal zum Thema bei.

    Meiner Meinung nach wirfst Du in Deinem Eroeffnungsbeitrag Dinge in einen Topf, die unabhaengig voneinander sind. Der Generationenwechsel bei den Spielern hat wenig bis nichts mit der WM 2006 zu tun. Man erkennt das daran, dass fast alle, die von 2006 jetzt noch bei der NM sind (Friedrich, Mertesacker, Lahm, Schweini, Poldi, Klose), auch schon bei der EM 2004 dabei waren (die einzige Ausnahme ist Mertesacker). Die Neuen mit weniger als 20 Laenderspeilen damals waren Hildebrand, Lahm, Huth, Jansen, Hitzlsperger, Hanke und Odonkor; nur Lahm und Jansen stehen auch heute noch im (erweiterten) Kader der NM.

    Es fand 2006 somit zwar kein Generationenwechsel, aber einen Paradigmenwechsel statt: weg vom erkaempften und verwalteten 1:0, hin zum attraktiven Spiel mit (hoffentlich) positivem Ausgang. Dieser Paradigmenwechsel war natuerlich extrem wuenschenswert, und auch die spaetere Umstellung des taktischen Systems auf 4-2-3-1 hat an der offensiv-attraktiven Ausrichtung nicht viel geaendert (zum Glueck). Der Generationenwechsel steht meiner Meinung nach in den naechsten 1, 2 Jahren an, weil so unheimlich viele junge Spieler aus der Buli nachdraengen; z.T. ist er natuerlich schon im Gange bzw. auf den wichtigsten Positionen (Neuer, Oezil) schon vollzogen.

    Ansonsten ist mir die WM 2006 als die WM der Eventfans in Erinnerung, welche mich total genervt haben. Ausserdem hab ich gelernt, Fussball im TV nicht mehr in grossen Gruppen zu schauen, weil dann zuviele Nichtinteressierte um mich rum sind.
     
  10. Detti04

    Detti04 The Count

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    Ich hab vergessen, im vorigen Posting darauf einzugehen: das Gefettete ist natuerlich hanebuechener Unsinn. Im letzten Dorf wird inzwischen 4-2-3-1 gespielt, ausserdem ist das System auch nicht komplizierter als jedes andere auch.
     
  11. andon

    andon Glubbsau

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    Danke Detti, damit dürfte alles zu dem Thema gesagt sein, außer vielleicht:

    Merkste was? :D
     
  12. Jogi-Fan

    Jogi-Fan Well-Known Member

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    Jede Dorfmannschaft kann auch noch mit einem Libero spielen. Vielmehr kommt es darauf an, dass dieses System nicht nur als solches verstanden wird, in dem es fünf Mittelfeldspieler gibt und nur ein Stürmer. Darüber hinaus ist es nicht damit getan, einen Spieler mit der jeweiligen Position anzuvertrauen, sondern ein Zusammenspiel zu automatisieren. Und das dies nicht jeder Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2010 gelungen war, ist heute am Turnierergebnis erkennbar.

    Der große Generationswechsel ist definitiv abgeschlossen. Lahm und Schweinsteiger sind in die Führungsrolle des ehemaliger Nationalspieler geschlüpft: Schneider, Frings, Lehmann und Ballack mussten die internationale Bühne aus unterschiedlichen Gründen verlassen. Ein lang vollzogener Wechsel, der durch keinen Einbruch ihrer Leistung gekennzeichnet war.

    Dafür steht für mich auch die WM 2006, als das letzte große Turnier der oben genannten Spieler und als Zeichen dafür, dass sich viele jüngere Spieler aufdrängten. Kein Wort mehr von Ramelow, Jeremies, Brdaric, Bobic, Scholl und wie sie nicht hießen. :top:
     
  13. Paule

    Paule PTL-Team-Weltmeister 2010

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    Umbruch:
    vollzogen und schon wieder in Anfängen, wobei ich hoffe, dass Löw mit Augenmaß ran geht und sicher bin, dass er ein erfolgreiches Team sucht, das sich nicht allein aus dem Alter heraus definiert
    Durchbruch:
    nicht ganz geschafft, aber die Spanier sind halt einige Jahre früher angefangen und bringen auch immer wieder erfolgreiche junge Spieler raus, wird also schwer, ganz nach vorn zu kommen, und da entscheiden dann auch weiter die Nuancen und dann und wann das Glück; war typisch gegen Brasilien, das lange Zeit nicht viel zu bieten hatte, dann aber letztlich doch wieder zwei Tore erzielte; wer zuerst nach vorne denkt, wird hinten leider immer wieder bestraft
     
  14. Keule

    Keule Geile Oma aus deiner Nähe

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    Wir sind seit Jahren Weltspitze, nur weil Spanien einen Ticken erfolgreicher war haben wir den Durchbruch noch nicht geschafft? Seit 2004 ging es nur bergauf...
     
  15. Captain BaBa

    Captain BaBa Guest

    ich denke, dass die WM 2006 vor allem für die jüngeren Spieler ein ansporn war, die noch nicht in der A Nationalmannschaft gespielt haben. Zu sehen, wie das ganze Land hinter dem Team steht gab sicherlich einen Motivationsschub die Leistung zu verbessern und sich für die Nationalauswahl bemerkbar zu machen. Ich denke es ist der Traum eines jeden Sportlers für sein land zu spielen und so eine Euphorie damit auszulösen.
     
  16. huelin

    huelin Quite clear, no doubt, somehow

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    Hmm, das ist bei mir fast ähnlich. Hab mich damals von der Public-Viewing-Welle anstecken lassen und auch hier in Málaga fast jedes Spiel in der Öffentlichkeit geschaut. Aber selbst wenn in vielen Fällen die Zahl der Nichtinteressierten doch eher gering war - oft bekommt man in dem Trubel einfach viele Details gar nicht so richtig mit.

    Jedenfalls habe ich seitdem wesentlich weniger Spiele in Kneipen oder in großen Gruppen geschaut, auch bei der letzten WM. Wenn, dann gucke ich inzwischen eher im kleineren Kreis bei mir oder bei Kumpels zu Hause.
     
  17. Oldschool

    Oldschool Spielgestalter Moderator

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    Die WM 2002 war für mich wie eine Entziehungskur, weil die Spiele während der Arbeitszeit bzw. morgens stattfanden.
    Die WM 1986 hätte mich fast zum Alki gemacht, weil ich mit Kumpels alle Spiele in der Kneipe gesehen habe und keinen ( Spiel- ) Abend nüchtern nach Hause gekommen bin. WMn in Nord/Mittel/Südamerika bergen Suchtpotential und 2014 während der WM schliesse ich mich zu Hause ein.
    :floet:
     
  18. diamond

    diamond Well-Known Member

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    Ballack hat vor ein paar Tagen noch CL in Chelsea gespielt. Viel mehr internationale Bühne geht kaum.

    Wo ich dir teils zustimmen muss, dass man bei den Dorfvereinen meist andere Systeme bevorzugt. Das fängt schon bei der 4 er-Kette an, die gerne ausprobiert wird um dann ganz schnelle wieder zum Libero zurückzukehren. Hängt einfach damit zusammen, dass man nicht die Zeit hat es zu trainieren, weil immer mal wieder ein Spieler fehlt, weil er länger arbeiten musste oder aus welchen Gründen auch immer, die es bei den Profis nicht gibt. Und nichts ist ein gefundeneres Fressen für einen gewiewten Dorfmittelstürmer als eine nicht funktionierende Kette. Eine kleine Niederlagenserie und der Trainer besinnt sich wieder auf die traditionelle Abwehrarbeit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20 September 2011