30.03.1979 - Der Unfall des Joachim Deckarm

Dieses Thema im Forum "Kneipe" wurde erstellt von Faulix001, 5 Mai 2009.

  1. Faulix001

    Faulix001 Dschungel-Tasmania

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    Mahlzeit !

    Bei der Geschichte mit den Jahrestagen fiel mir gerade noch was bedeutendes ein.
    Leider wieder keine schöne Geschichte X(

    Er war gerade mal 24 und galt damals als 24 und galt als bester Handballer der Welt.

    131 Tage lag er danach im Koma und ist seitdem ein Pflegefall :frown:

    Es gibt erstaunlich wenige Quellen zu diesem Thema...

    Ich schmeisse mal diese in den Raum und hoffe auf Erinnerungen von Zeitzeugen.

    Im Halbfinal-Rückspiel bei Banyasz Tatabanya in Ungarn will Gummersbach den Finaleinzug perfekt machen. Von einer Sekunde auf die nächste interessiert sich aber niemand mehr für irgendeinen Pokal. Denn plötzlich steht ein Menschenleben auf dem Spiel. Der heutige Handball-Bundestrainer Heiner Brand war damals auch auf dem Spielfeld. "Wenn ich mich richtig erinnere, war ich sogar derjenige, der Jo den Pass zum Gegenstoß gegeben hat.“ Im Sprung will Joachim Deckarm den Ball annehmen. Sein Gegenspieler Lajos Panovics auch. Die Köpfe prallen zusammen. Joachim Deckarm verliert das Bewusstsein und schlägt mit voller Wucht auf den Betonboden auf.

    ...


    30. März 1979: Joachim Deckarms Sportunfall | Sport | Deutsche Welle | 30.03.2009
     
    Zuletzt bearbeitet: 5 Mai 2009
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  3. Rossi

    Rossi Berliner Nachteule Moderator

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    Damals war ich elf und ich kann mich noch erinnern...natürlich (nur) an die Fernsehbilder und Berichte von damals. Das sah wirklich absolut gräuslich aus und man wusste sofort, dass etwas ganz Schlimmes passiert war. So spannungslos wie der Körper nach dem Zusammenstoß in der Luft zu Boden krachte, jemineh. Die Bilder haben sich auf meiner Festplatte eingebrannt. :(

    Hm, ich meine mich dunkel zu erinnern, dass ich später im TV einen Bericht über ihn sah...eben als Pflegefall. Er musste ja das Sprechen und Gehen erst wieder mühsam erlernen; aber er hat sich durchgekämpft und bezieht offenbar auch einige Gelder aus Stiftungen. Selbst heute denken die Kollegen noch an ihn, so wird Christian Schwarzer ein Drittel der Einnahmen seines Abschiedsspieles in die Deckarm-Stiftung geben.

    Über Google (Stichwart Jo Deckarm heute) habe ich übrigens eine reichliche Anzahl an Treffern bekommen. Hier z.B. der Direktlink zur Homepage von Deckarm
     
  4. kawaandy

    kawaandy New Member

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    Bei einer Benefizveranstaltung im Oktober 2006 traf ich im Saarbrücker Congresszentrum den Rudi Völler wieder. Wir kannten uns persönlich durch Treffen in seiner Werder-Bremen-Zeit und feierten auch auf dem Freimarkt 1986 letztmalig zusammen. Mit Rudi kam ich gut ins Gespräch und plötzlich drehte ich mich um und traute meinen Augen nicht: Jo Deckarm-der beste Handballer seiner Zeit. Er wurde vom Staatssekretär eines Saarländischen Ministeriums als Ehrengast zum Tisch begleitet. Es ist wahr, sein Unfall hat sich auch bei mir ins Gedächtnis gebrannt, als sein Kopf auf den nicht schwingenden Betonboden von Tatabanya knallte. Dreifacher Schädelbruch, Koma und Pflegefall.

    Auch ihn traf ich zuletzt vor 23 Jahren, als er als Ehrengast beim Handball-WM-Finale in Zürich 1986 weilte. Es war ergreifend. Niemand der Jüngeren kannte ihn mehr. Alle sprachen nur mit Tante Käthe. So fing ich ein Gespräch mit ihm an und er war sichtlich froh, daß ihn doch nicht alle vergessen hatten. Er konnte beschwerlich sprechen, aber gut folgen. Das Sprachzentrum war durch den Unfall angegriffen. Dann zog er aus seiner Jackentasche ein Autogramm und überreichte es mir. Darauf war er als dynamischer Handballer im Sprungwurf zu sehen. Ich war wirklich sehr ergriffen und bekam tatsächlich feuchte Augen. Dann tranken wir ein Bier zusammen. Es war erschütternd zu sehen, was ein Unfall aus einem Supersportler machen kann. In Saarbrücken hat er an der Sporthochschule sein Diplom gemacht. Sein Autogramm hängt heute bei mir an der Wand. Ich bin stolz darauf, diesen netten Menschen kennengelernt zu haben.

    Ich habe als Sammler von Sportevents das gesamte WM-Finale von 1978 in Kopenhagen auf DVD, als die DHB-Auswahl die UdSSR mit 20:19 besiegte. Eine Riesensensation, vergleichbar mit dem WM-Sieg der Herberger-Elf 1954 in Bern. Die Sowjets waren haushohe Favoriten. Olympiasieger und alle Spieler fast einen Kopf größer. Sie wirkten wie Riesen zu den deutschen Spielern. Deckarm, Brand, Klühspies, Ehret, Spengler, Wunderlich, Hoffmann(der Torwart mit dem goldenen Knie) unter dem kanllharten Trainer Vlado Stenzel. Irres Team damals! Die putzten alle Mannschaften und Ex-Weltmeister und Olympiasieger weg: CSSR 16:13. 18:16 vs. Jugoslawien, dann die Finalrunde mit Rumänien(2facher Weltmeister) und die DDR.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29 Mai 2009