120 Millionen € Subvention für den 1. FCK?

Dieses Thema im Forum "2. Bundesliga" wurde erstellt von André, 19 März 2014.

  1. Detti04

    Detti04 The Count

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    Wie gesagt, ansonsten waere Kaiserslautern vielleicht so bekannt wie Hildesheim... Wieviele Bundesdeutsche wissen, wo das liegt? Und was klingt als moeglicher Standort einer Firma oder Wohnort attraktiver?
     
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  3. Rupert

    Rupert Je suis soleil

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    Naja, arbeitstechnisch schaut's in Hildesheim aber trotz geringer Bekanntheit auch nicht schlechter aus als in K'lautern.

    Und was ich gerade lese, ist, dass der größte Arbeitgeber in K'lautern die US-Streitkräfte sind. Ob die sich so sehr danach orientierten, ob da ein Fuppesklub spielt?
     
  4. StepMuc

    StepMuc Well-Known Member

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    Ich sehe da nicht mal die Bekanntheit als wichtigsten Punkt.
    So ein Verein leistet halt einen ordentlichen Beitrag zur Lebensqualität und die ist gerade für die interessanten Unternehmen sehr wichtig.
     
  5. Schröder

    Schröder Problembär

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    Mehr Lebensqualität?
    Wäre die Lebensqualität nicht deutlich höher, wenn man auf die Subventionierung eines Fußballklubs verzichten würde, dadurch vielleicht die Gewerbesteuer senken könnte und die Unternehmen diese Summe als Gehalts-Plus auszahlen könnten?
     
  6. StepMuc

    StepMuc Well-Known Member

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    Mit den paar Kröten die an den Verein gehen kommst du da nun wirklich nicht weit. Außerdem würde es mich wundern wenn der Gewerbesteuersatz signifikant mit dem Gehaltsniveau korreliert wäre, wird wohl eher anders herum sein (natürlich nicht kausal).

    Mir war die Diskussion aber von Anfang an zu blöd. Wer sich für das Thema interessiert benutzt halt Google Scholar und sucht nach Studien zum Thema Standortfaktoren. Das ist nunmal von entscheidender Bedeutung für eine Region und wird folglich auch etwas differenzierter untersucht.
     
  7. Detti04

    Detti04 The Count

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    Ich stelle mal folgende, durch nichts bewiesene Behauptung auf:

    Ohne den FCK gaebe es keine Uni in Kaiserslautern, zumindest nicht "schon" seit 1970. Groessere Staedte in Rheinland-Pfalz haben gar keine Uni (Ludwigshafen) oder nur Unis, die noch spaeter gegruendet wurden und sich zusaetzlich auf zwei Staedte verteilen (Koblenz-Landau). Eine Uni duerfte aber ein riesiger Standortvorteil sein, in jeglicher Hinsicht: Einem Arbeitgeber eroeffnet diese einfache Moeglichkeiten zur Akquise gut ausgebildeten Nachwuchses und einem Arbeitnehmer die Aussischt auf eine gute Ausbildung seiner Kinder direkt vor Ort.
     
  8. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Naja Koblenz hat auch ne Uni ohne Bundesliga Club. ;-)

    Mit der Region was Du weiter vorne aufgezählt hast, das ist in MG aber ähnlich. Ist ja auch bloß ein Kaff und wenn es um was geht ist nahezu die komplette Stadt geschmückt. Das haben mir jetzt schon mehrere Leute gesagt, die in MG waren und ganz überrascht waren wie eine ganze Stadt so hinter einem Club stehen kann.

    Das mag ja auch gut und schön sein, aber trotzdem kein Grund dass die Politik sich plötzlich einmischt und sowas subventioniert. (Wenn schon, dann müsste sie es wegen Chancengleichheit überall gleich machen, aber das wäre wieder unfair gegenüber den kleinen Clubs) Dass man natürlich einen Platz für ein Stadion findet oder die Rahmenbedingungen schafft, ist ja normal denke ich. Aber alles was darüber hinaus geht ist doch ein Witz.

    Ich zahle auch Steuern, wieso wird dann nicht Koblenz unterstützt? Die Region ist sogar größer als Lautern und hier würde ein Bundesligaclub sicher auch gut passen. ;-)

    Dass eine Stadt seinem Club keine Steine in den Weg legen sollte und im Rahmen der Möglichkeiten helfen sollte, ist ok. Dass aber Steuergelder in einen Club gesteckt werden, ist nicht mehr ok. Noch weniger wenn die Stadt nahezu völlig pleite ist.
     
  9. Ichsachma

    Ichsachma J'aime soleil

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    Letzteres gilt bedingt auch für MG. Denn der Teil der Finanzierung des Parks, der über die Stadt läuft, ist (von Vornherein vereinbart) gestundet. Ich meine, Rückzahlungen an die Stadt sind erst ab 2017 oder so fällig und "pleitiger" als MG kann eine Stadt kaum noch sein.

    Aaaaaaber, und das ist das Hauptargument: der Nordpark bindet ein paar Firmen, die schon immer in und um MG ansässig waren. Hinzukommen tut aber keiner. Natürlich prägt auch sportlicher Erfolg oder Erstklassigkeit das Selbstwertgefühl der Gladbacher Einwohner und meinetwegen auch das des Niederrheins. Aber wenn der Verein in den Niederungen versunken wäre, gäbe es den Nordpark vielleicht nicht - aber der Nachweis, dass die Firmen Gladbach verlassen hätten, fehlt mir.

    Detti Beispiel verfängt auch sonst nicht: es gibt zahllose definitionsgemäße Großstädte, auch in der Diaspora, die nie einen höherklassigen Verein hatten. Ich vermag daher nicht nachzuvollziehen, warum es für die Region um KL und MG, die durchaus vergleichbar sind, besonders wichtig sein soll, einen erfolgreichen Profiverein zu haben. Wäre es geschichtlich nicht so gewesen, dass beide Städte zufällig zu den "Ureinwohnern" der Bundesliga gehörten, würde sich niemand um diese Städte scheren. Genauso wie in Hildesheim, Neuss oder was weiß ich.

    Aachen ist da tatsächlich ein gutes Beispiel, finde ich: außer den Fans hat vermutlich niemand Verständnis dafür, was da für Geld verballert wurde, und selbst die sehen das ja kritisch, weil der Verein sich so ins Abseits manövriert hat. Das Grenzland leidet darunter aber doch erkennbar nicht.

    Was ist mit Saarbrücken? Was mit dem Osten, Halle, Jena, Chemnitz? Regensburg? Kiel? Alle depressiv?
     
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  10. Monti479

    Monti479 Annemie ich kann nit mih

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    Das Schöne ist ja, dass die Stadt immer noch zahlt. Nämlich die Betriebskosten des Stadions (ca. 500.000/Jahr), die Alemannia z. Zt. nicht zahlen kann. Es bleibt aber nichts anderes übrig, weil sonst das Stadion verkommen würde und Alemannia außerdem keine Spielstätte hätte. Eine weitere Möglichkeit wäre nur gewesen, den Postkasten wieder abzureißen. Diese Option hatte man im Rat tatsächlich in Erwägung gezogen.
    Zur Gewissenberuhigung weisen Alemannia Fans schoma gerne auf das Aachener Stadttheater hin, das jährlich im zweistelligen Millionenbereich subventioniert wird.
     
  11. Detti04

    Detti04 The Count

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    Bitte schoen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Coface_Arena

    Eigentuemer: Stadt Mainz
    Baukosten: ca. 60 Mio (groesstenteils ueber Kommunalkredit finanziert)
    Miete des FSV: 2,3 Mio in der 2. Liga, 3,3 Mio in der Buli

    Das ist weniger Miete, als der FCK zahlt, denn dieser soll(te) bisher ligenunabhaengig 3,2 Mio/Jahr abdruecken. Wo bleibt da der Aufschrei bezueglich Mainz?
     
  12. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Mir geht es ja nicht mal um Lautern, mir geht es generell um die Sache. Wenn es in Mainz auch so läuft, macht es das in Lautern ja nicht besser.
     
  13. Detti04

    Detti04 The Count

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    Aber genau darum geht es mir doch: Diese Vereine machen die Stadt bekannt und sind somit Werbetraeger fuer die Stadt. Je bekannter die Stadt, desto attraktiver wird sie - egal ob fuer neue Firmenansiedlung oder kuenftige Einwohner. Werbung kostet aber in der Regel. Oder anders gefragt: Wieviel muesste eine Stadt wohl ausgeben, damit woechentlich auf diversen bundesweiten Kanaelen und in unterschiedlicher Haeufigkeit der eigene Name genannt wird? Es ist kein Zufall, dass der Meidericher SV irgendwann zum MSV Duisburg umbenannt wurde. (Bei Schalke wurde "Gelsenkirchen" wohl 1929 zum Dank fuer finanzielle Unterstuetzung beim Bau der Glueckauf-Kampfbahn als Namensbestandteil aufgenommen.)

    Oder um es mal international zu machen: Was klingt fuer Dich als Stadt attraktiver - Birmingham oder Liverpool? Ich nehme an Liverpool, oder? Dabei hat Liverpool nicht mal halb soviele Einwohner wie Birmingham (knapp 500.000 vs. knapp 1 Mio). Oder wie sieht es zwischen Sheffield und Manchester aus?
     
  14. Detti04

    Detti04 The Count

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    Es laeuft oder lief jahrzehntelang praktisch ueberall so. Die Stadien waren in staedtischer Hand, und die Vereine zahlten laecherlich geringe Mieten. Der FCN spielt z.B. ebenfalls fuer 3,5 Mio Miete in einem Stadion, welches der Stadt gehoert. Anderswo (in Cottbus) kauft der Verein der Stadt ein 20.000 Zuschauer fassendes Stadion ab - fuer 2 Mio Euro!

    Diese Art (mehr oder wenig duerftig verdeckter) Bezuschussung eines Profiklubs durch die Kommune (oder das Land, evlt. gar den Bund) wirst Du fast ueberall finden, und bis zu einem gewissen Grad sind diese Werbekosten meiner Meinung nach auch durchaus okay.
     
  15. Holgy

    Holgy PTL-Meister 2011/12 Moderator

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    Bei Hertha isses umgekehrt :D
     
  16. Detti04

    Detti04 The Count

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    Wenn Du meinst, dass die Hertha nicht besonders fuer Berlin wirbt, dann stimme ich da voll zu. Der Werbeeffekt der Hertha duerfte (zumindest national) tatsaechlich vernachlaessigbar klein sein.
     
  17. HoratioTroche

    HoratioTroche Zuwanderer

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    Den Rheinland-Pfälzer gibt es ebensowenig wie den Baden-Württemberger, und darin liegt u.a. Das Problem. Dem Pfälzer ist der FCK sicher näher als dem Rheinländer.

    Das ist jedenfalls meine Einschätzung von jenseits des Rheins. Da fängt gleich FCK-Land an. Wo das wieder aufhört kann Andre vielleicht genauer sagen, ich vermute mal irgendwo im Hunsrück. In der Eifel ist er völlig uninteressant, obwohl RLP.
     
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  18. André

    André Foren-Capo Administrator

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    Jep also hier spielt der FCK keine große Rolle. Und wenn dann ist die Zielgruppe definitiv Ü60 und am aussterben. :floet: Also jüngere FCK Fans sind wirklich eine Ausnahme, hier orientiert man sich eher Richtung Kölle oder Gladbach, dazu halt wie fast überall Schalke, BVB und FCB.

    Kölle ist für die Eifeler ja auch näher als Lautern, Gladbach dürfte von der Entfernung aufs Gleiche rauskommen. Mit Lautern und auch mit Mainz haben wir gar nichts am Hut und mit der Pfalz natürlich auch nicht. Mich nervt es wenn die lokalen Sender mal wieder meinen auf den Zug aufspringen zu müssen: Unser FCK. Da bekomme ich echt Brechreiz. Dass ist ungefähr so als würde man in München von unserem BVB sprechen. In Lautern und Umgebung mag das ja passen, aber hier im nördlichen RLP ganz sicher nicht. Im Online Marketing würde man vom schlechten Targeting sprechen. Deshalb ist es aktuell recht angenehm wo Lautern gerade in Liga 2 verschollen ist. :zahnluec:

    Auf der anderen Seite muss man natürlich auch sagen dass wohl kaum ein Lauterer den Ausbau am Nürburgring wollte. Aber den wollte hier eigentlich auch keiner. Schlimm ist dass trotzdem sehenden Auges hunderte Millionen verbrannt werden. Und da stimmt dann halt irgendwas nicht. Aber sowas ist wohl wirklich kein RLP-Problem, denn sowas gibt es auch in anderen Bundesländern was es ja eigentlich noch schlimmer macht, vor allem wenn auf der anderen Seite dann Kindergärten wegen 5 stelliger Beträge schließen müssen.