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Bremen: Fritz genießt den Karriereherbst

Die Bremer konnten nach der Anfangsphase des Spiels gegen die Schalker froh sein, dass man nicht noch höher als 0:1 zurücklag. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit konnten die Grün-Weißen dann auftrumpfen. Vor allem Routinier Clemens Fritz zog seine Kollegen mit, nicht nur, weil er selbst für den zwischenzeitlichen Ausgleich sorgte. Für ihn persönlich wird es wohl die letzte Rückrunde seiner Karriere sein, auch wenn die Leistungen durchaus noch das eine oder andere Jahr in der Bundesliga zulassen würden.

bremenNach dem Spiel gestern ist die Frage wohl durchaus berechtigt, warum Fritz seine Karriere im kommenden Sommer beenden wird. Der Kapitän ging voran, zeigte vor allem läuferisch eine bärenstarke Leistung und war damit ein wichtiger Faktor für den Sieg der Werderaner gegen die Schalker. An allen drei Treffern war er direkt beteiligt und das, nachdem er in all seinen Spielen sonst nie an mehr als einem Tor direkt beteiligt war. “Wir haben sehr intensiv im Trainingslager gearbeitet und heute eine mutige Leistung gezeigt”, so Fritz nach dem Spiel am Interview von Sky.

Dabei hätte man zu Beginn der Partie nicht unbedingt davon ausgehen können, denn schon nach 4 Minuten war Joel Matip für die Knappen per Kopf zur Stelle. In der Folge waren die Bremer mit dem 0:1 sehr gut bedient, denn alleine Klaas-Jan Huntelaar hatte 3 sehr gute Chancen auf dem Fuß. Kurz vor dem Seitenwechsel besannen sich dann aber auch die Bremer darauf, etwas mehr Fußball anzubieten. Dabei erstaunte es schon, dass gerade Clemens Fritz den Ausgleich besorgte, denn es war sein erster Treffer seit dem 20. August 2011 als man mit 5:3 gegen den SC Freiburg gewinnen konnte. “Ich musste mir in den letzten Monaten schon was anhören, auch der Viktor hat mich darauf hingewiesen”, sagte Fritz in Anlehnung an seine 115 Spiele ohne eigenen Torerfolg: “Aber ich habe gesagt, Viktor, eins mache ich noch. Jetzt hoffe ich natürlich, dass noch einige Treffer dazukommen.”

Allzu viele Chancen wird er jedenfalls nicht mehr bekommen, denn sein Karriereende im kommenden Sommer steht bereits fest. Die meisten Werder-Fans und auch die Verantwortlichen würden sich aber wohl riesig freuen, wenn er am Ende vielleicht doch noch ein Jahr dranhängen würde. “Schade, dass er im Sommer aufhört. Ich habe mit ihm geredet, aber es gibt keine Chance ihn umzustimmen”, so Trainer Viktor Skripnik. Auch ein langjähriger Weggefährte würde sich eine Fortsetzung der Zusammenarbeit wünschen. “Ich habe ihm gesagt, dass er noch Fußball spielen kann. Leider hört er im Juni auf, es ist seine Entscheidung”, so Claudio Pizarro, der ebenfalls gerade den Herbst seiner Karriere bei den Bremern genießt und gestern nach einer Fritz-Vorlage ebenfalls erfolgreich war: “Wenn er seine Entscheidung getroffen hat, ist es schwierig. Natürlich werden wir versuchen, ihn umzustimmen, er ist ein wichtiger Mann für uns.”

Fritz selbst hat sich offenbar aber schon sehr häufig Gedanken darüber gemacht und seine Entscheidung nun endgültig gefällt: “Ins Wanken komme ich nicht mehr. Ich hoffe natürlich noch auf viele Spiele dieser Art.” Dass dann auch die Schlussphase recht entspannt verlaufen ist verdanken die Bremer ebenfalls ihrer Nummer 8, die kurz vor Schluss in der 89. Minuten noch einmal marschierte und mit einer Flanke Anthony Ujah fand, der mit dem 3:1 die Entshceidung besorgen konnte. “Mit der Leistung von heute muss Fritz zur EM nach Frankreich”, so der Angreifer nach dem Spiel mit einem Grinsen im Gesicht. Zur EM wird Fritz aller Voraussicht nach nicht reisen doch zum Saisonende wünscht er sich zumindest noch den sicheren Klassenerhalt mit seinen Bremern: “Wir haben es letztes Jahr in der Rückrunde ganz gut gemacht”, so Fritz: “Es muss uns bewusst sein, dass wir immer an unsere Grenzen gehen müssen. Wir haben großes Potenzial in der Mannschaft, aber unter 100 Prozent geht nichts.”

Die drei Punkte gegen Schalke waren jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung, denn mit nunmehr 18 Zählern liegt man gleichauf dem 15. der Tabelle aus Stuttgart. Viel wichtiger ist aber wohl der Abstand nach hinten. Auf den 17. Platz sind es aktuell 4 Punkte Vorsprung. Am besten würde man nun gleich im nächsten Spiel nachlegen und den nächsten Dreier einfahren, doch dann geht es gegen die Hertha aus Berlin, die sich überraschenderweise immer noch im Kampf um die Champions-League-Plätze befinden.

Kategorie: Bundesliga, News Tags: ,
 
 

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